Dzien dobry ihr Lieben!
Wir sind es mal wieder von unterwegs. Diesmal allerdings nicht auf dem Jakobsweg. In diesem Juli reisen wir durch Osteuropa. Angefangen haben wir in der polnischen Kulturhauptstadt Krakau, auf die ich mich besonders doll gefreut habe.
Die Zugreise von Berlin nach Krakau war sehr entspannt und wir haben durch die Fenster bereits kleine Einblicke Polens bekommen. Zu unserem erstaunen haben wir entlang der Schienen viele neugebaute Bahnhöfe und Einfamilienhäuser gesehen. Ein ganz anderer Eindruck Polens, als jener der sich bei uns hinter der Grenze bietet. Krakau selbst ist eine moderne und bunte Stadt in der jedoch erstaunlich viele alte Häuser vom Krieg verschont geblieben sind. Besonders der Altstadt geben diese Fassaden einen ganz besonderen Charme.





Den ersten Tag verbrachten wir hauptsächlich in den Kirchen der Stadt, die sehr zahlreich und vielfältig sind, und mit der Erkundung der Altstadt. Immer wieder vielen uns im Stadtbild Nonnen und Mönche in unterschiedlichsten Ordenstrachten auf, was einerseits an das Klischee des „frommen, katholischen“ Polens erinnerte, jedoch gleichzeitig einen interessanten Kontrast zur quirligen Stadt drumherum bildete. Wir haben leider nicht herausfinden können, weshalb so viele Ordensschwestern und -brüder in der Stadt unterwegs waren.




Die nächsten beiden Tage widmeten wir uns der polnischen Geschichte und besuchten zunächst das „Czartoryski Museum“ mit seinen bedeutenden Sammlungen zur polnischen Nationalgeschichte und Kultur. Dort lernten wir so einiges über die Familie Czartoryski, polnische Adelsfamilien und Könige und die vielfältige Geschichte Polens. Da wir mit dieser nicht besonders gut vertraut waren, haben wir sehr viel gelernt. Was wir uns besonders mitgenommen haben: Die Zeit der sächsischen Wettiner (unter anderem August der Starke) auf Polens Thron war der Beginn des Untergangs der polnische Adelsrepublik und führte keines Wegs zu einer solchen Wirtschafts- und Kulturblüte wie in Sachsen. Ihr könnt euch vorstellen, dass unsere Köpfe nach diesem 3,5-stündigen Museumsbesuch ziemlich am Rauchen waren. Noch mehr sollten sie jedoch am folgenden Tag rauchen.


Wir hatten beschlossen trotz teurer Ticketpreise das Schloss Wawel zu besuchen. Und was soll ich sagen, es hat sich definitiv gelohnt. Nicht nur weil das Schloss über wunderschöne Renaissance Malereien in Form von Wandfresken und herrlichen Holzdecken verfügte, sondern auch weil wir noch einmal mehr in die Geschichte Polens eintauchen konnten. Es gab einen umfangreichen Kronschatz zu bestaunen, aber auch eine Sammlung türkischer Zelte und Teppiche und einen Abriss über die Restaurationsarbeit des Schlosses seit dem 19. Jahrhundert. Am Ende dieses Tages wären unsere Gehirne ziemlich am Brummen.



Ein besonderes Highlight stand für uns auf dem Marktplatz. Schon bei unserem ersten Schlendern über den Hauptmarkt (Rynek Glowny) fiel uns eine große Kletterwand ins Auge. Tatsachlich fanden just an dem Wochenende unseres Besuches die „World Climbing Series 2026“ in Krakau statt. Für alle die nicht wissen, was das ist: Das ist im Grunde der Kletterweltcup, dabei treten ähnlich wie beim Fußball in der Champions League verschiedene Athleten über das ganze Jahr verteilt, an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Disziplinen gegen einander an. In Krakau fanden ausschließlich Wettkämpfe im so genannten Speedklettern statt. Also eine genormte Route (die überall gleich ist) muss so schnell wie möglich geklettert werden. Da wir beide selbst klettern, war es natürlich logisch das wir uns die Wettkämpfe ansehen. Es war sehr beeindruckten mit welcher Geschwindigkeit die Kletter*innen die Wand förmlich hochflogen.


Ansonsten haben wir natürlich auch die polnische Küche probieren müssen. Daher mussten wir unbedingt Pieroggi (kleine gefüllte Teigtaschen) kochen. Da ich noch nie einen Baumstriezel gegessen habe, durfte auch das nicht fehlen.
Insgesamt haben wir uns in Krakau sehr wohlgefühlt und sind der Meinung, dass wir auch noch längst nicht alles gesehen haben. Das jüdische Viertel Kazimiers in dem wir sogar gewohnt haben wartet noch auf einen intensiven Besuch von uns.
Do widzenia! Und bis bald!