Chaotische Baustelle

Dober dan,

wir sind es mal wieder aus dem schönen Zagreb. Bevor ich aber von den 2 Tagen in der kroatischen Hauptstadt erzähle ist die Hinreise definitiv eine Erwähnung wert.

Mit Pécs als Etappenziel zuvor haben wir die großen Hauptstädte und damit auch die großen Zugstrecken verlassen, so dass wir diesmal vollständig mit Regionalzügen unterwegs waren. Zunächst ging es eine Stunde mit einem winzigen Zug gefühlt aus dem letzten Jahrhundert über die ungarisch-kroatische Grenze mitten durch die Pampa, die Haltestellen waren teilweise nur für ein paar Häuser. Vor der Grenze wurden die zwei Waggons auf einen reduziert, mehr war auch für die Handvoll Passagiere nicht nötig. Und dann waren wir in Kroatien irgendwo im nirgendwo an einem Bahnhof mit absurd langen Bahnsteigen und haben auf den nächsten Zug gewartet, gemeinsam mit erstaunlich vielen anderen Menschen. Der nächste Bahnhof war dann schon ein bisschen größer und geplant waren anderthalb Stunden Aufenthalt oder so… dann wurden wir aber von einem netten Kroaten angesprochen, der uns prompt gemeinsam mit den „Chef“ des Bahnhofs eine neue Verbindung mit weniger langen Wartezeiten heraussuchte. Also haben wir der Erfahrung der Locals getraut und sind in den nächsten Regionalzug zu einem größeren Verkehrsknotenpunkt gefahren und hätten fasst unseren Anschluss verpasst – Verspätung gibt es nämlich nicht nur in Deutschland. Dann begann das richtige Abendteuer: fünf Stunden mit dem Regionalzug an der bosnischen Grenze entlang durchs kroatische Hinterland, wir haben wirklich an jeder Milchkanne angehalten. Aber lustig ist eigentlich, dass all diese winzigen Bahnhöfe immer noch einen eigenen Schaffner haben, der mit Kelle und Pfeife das Signal zur Weiterfahrt gibt. Nach sage und schreibe fasst elf Stunden unterwegs, haben wir dann endlich Zagreb erreicht. Man kann sich vorstellen, dass wir also am Abend in der Stadt angekommen sind und trotzdem schlug uns gleich ein irgendwie gemütlicher Vibe entgegen. Direkt vor dem Hauptbahnhof liegt ein großer Park, der Weg zum AirBnB führte uns dort entlang und es war einfach nur schön.

Am nächsten Morgen waren wir für ein gemütliches Frühstück mit Justus Familie verabredet, die gerade auf dem Weg von Südkroatien nach Hause war. Es war für uns beide sehr schön mal wieder in Familie zu essen und uns von den jeweiligen Abenteuern und Erlebnissen zu erzählen. Leider war die gemeinsame Zeit auch ziemlich schnell wieder vorbei. Während die anderen weiter in Richtung Ungarn und Slowakei unterwegs waren, machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. Zagreb ist wirklich eine verrückte Stadt, auf der einen Seite hat man Straßenzüge mit kleinen schnuckeligen maximal 2-stöckigen Häuschen, dann gibt es typische Stadthäuser mit Stuck verzierten Fassaden und jenseits des Bahnhofs auch die Plattenwohnblocks. Außerdem hat die Stadt nicht so wirklich ein System, was die Orientierung manchmal bisschen schwierig macht. Wir sind einfach ein bisschen ziellos durch die Straßen gestreift. Einer unserer Stopps war der Dom, besonders interessant daran: zurzeit ist er eine einzige große Baustelle. Die beiden Türme sind in Gerüst eingehüllt und auch innen sind überall Gerüste. Ziemlich spannend, wir hätten zu gern diese Baustelle angesehen und rumgeklettert.

Der Dom und der Platz davor
Direkt an dieser hübschen Straße lag unser kleines AirBnB

Seit Budapest steht Baklava probieren ganz fett auf meiner Todo-list. Irgendwie bilde ich mir ein, dass die Baklava in Kroatien oder Ungarn wegen der historischen osmanischen Einflüsse ein bisschen „echter“ sind. Also mussten wir in Zagreb unbedingt Baklava essen gehen, da wir das in Budapest nicht geschafft haben. In einem kleinen türkischen Laden haben wir uns zwei Stücken geholt und uns damit in den Park gesetzt. Und es war so unfassbar lecker, wie viele orientalische Süßigkeiten ziemlich süß, aber der kross gebackene Filouteig mit der Füllung (einmal Pistazie und einmal Schokolade und Nuss) war einfach ein Gedicht für den Gaumen. Es hat definitiv glücklich gemacht.

Baklava sind ja sooo lecker

Zum Abschluss des Sightseeing-Tages haben wir noch dem Botanischen Garten einen Besuch abgestattet. Das viele Grün hat nach der Stadt wirklich gut getan, auch wenn es ein wenig seltsam war, in diesem grünen Paradies die Geräusche der Straße nebenan zu hören. Abends waren wir ziemlich erschöpft angesichts des vollen Tages.

Nur ein kleiner Einblick in die Vielfalt des botanischen Gartens

Den nächsten Tag sind wir wieder etwas langsamer angegangen, die Temperaturen kletterten ziemlich hoch, so dass uns auch nicht nach viel Action zu Mute war. Trotzdem haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Straßen und Parks unternommen und am Nachmittag noch die „obere Stadt“ besucht. Die war allerdings ein bisschen enttäuschend, da sich gerade vieles im Bau befindet und man eher auf einer großen Baustelle unterwegs war.

Das waren im Grunde die 2 Tage in Zagreb, am nächsten Tag waren wir schon auf dem Weg nach Sibenik, wo es noch wärmer werden würde. Davon könnt ihr aber im nächsten Blogeintrag lesen.

Bis bald!

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