Mit den zwei Worten lässt sich unsere Woche in Budapest eigentlich ganz gut beschreiben. Nach neun Stunden Zugfahrt mit kalter Klimaanlage sind wir am frühen Abend in der Stadt angekommen. Helene war in Krakau schon etwas angeschlagen und die Klimaanlage im Zug hat ihr den Rest gegeben. Die nächsten Tage hat sie mit Schnupfen, Glieder- und Halsschmerzen auf dem Sofa und im Bett verbracht. Zu allem Überfluss konnten wir in der ganzen Zeit auch kaum ein Auge zudrücken. Jede Nacht ab um zehn wurde es laut auf der Straße vor unserer Wohnung. Es wurde sich lautstark unterhalten, herumgeschrien und laut Musik gehört. Die schmale Straße und die hohen Häuser haben die Akustik noch einmal verstärkt. Nicht die besten Umstände, um sich von einer starken Erkältung zu erholen.
So haben wir die ersten beiden Tage nach Ankunft mehr oder weniger in der Wohnung unsere Zeit verbracht, waren einkaufen, haben Wäsche gewaschen und original Lángos probiert (Helene hatte Creme Fraiche mit Käse und bei mir kamen noch Zwiebeln und Speck dazu). Und selbst diese banalen Tätigkeiten haben unglaublich viel Kraft gekostet.



Während Helene versuchte, wieder zu Kräften zu kommen, fleißig am inhalieren und auf dem Sofa liegen war, habe ich mir noch eine neue Badehose gekauft (nach zwei Jahren ohne und kurz bevor wir nach Kroatien fahren, wurde es langsam Zeit) und habe mir ein bisschen die Stadt allein angeschaut. Auch nach drei Jahren fühlt sich die Stadt noch sehr vertraut an. Viele Orte, die wir auf Klassenfahrt besucht haben, kamen mir direkt wieder bekannt vor. Zu vielen der Plätze, Häuser und Straßen fielen mir wieder diverse Geschichte und Erinnerungen dazu ein. Da war die Markthalle neben unserem Hotel, in dem wir damals wohnten, der Platz vor der Corvinus-Universität an der Donau, wo wir bis spät am Abend Volleyball gespielt haben. Der Gellert Hegy mit seiner Zitadelle und der Freiheitsstatue (ja nicht nur New York hat eine) waren damals noch eine große Baustelle, wo wir an den Bauzäunen vorbeigeklettert sind, um doch noch einen Blick auf die Stadt zu erhaschen.



Und dann sind da natürlich noch die bekannten Sehenswürdigkeiten Budapests, das imposante Parlamentsgebäude, die Margareteninsel mit ihren bunten Blumenbeeten, die völlig überlaufene Fischerbastei und die Matthiaskirche mit ihrem wunderschön verzierten Dach. Die Oper, der Platz der Helden, der dahinterliegende Stadtwald mit einem märchenhaften Schloss und angrenzenden Museen. Ein paar Sachen davon konnte sich Helene auch ansehen, nachdem sich ihre Gesundheit ein wenig gebessert hatte. Und während sie langsam wieder zu Kräften kam, ging es für mich und meine Gesundheit im gleichen Atemzug in die entgegengesetzte Richtung. Über den letzten Tag hinweg begann meine Nase zu laufen wie ein Wasserfall, und wenn sie das nicht tat, war sie so zu das keine Luft mehr durchkam. Die Nacht vor der Abreise war die schlimmste seit langem für mich, kaum Schlaf durch eine Nase, in der zwei große Korken zu stecken schienen, der schwülheißen Nachtluft und lärmender Menschen auf der Straße (ungefähr so ging es Helene am Anfang auch). Das Beste an der Nacht war das aufstehen und die Dusche im Anschluss. Ziemlich ermattet und immer noch weit von gesund entfernt haben wir also zusammengepackt, aufgeräumt und sind mit Straßenbahn zum Bahnhof, von welchem es dann in Richtung Pécs ging.












Und wie es uns seitdem ergangen ist und wie es uns geht, das erfahrt ihr im nächsten Blog.
PS: das Krank sein hat mich aber natürlich nicht davon abgehalten viele Bilder zu machen. Und an den Tagen, an denen es mir noch gut ging habe ich auch gut Kilometer durch die Stadt geschrubbt.